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Ingrid Goertz ist die Oldenburgerin des Jahres 2011!

Ein wenig unangenehm ist ihr der Rummel um ihre Person schon. Ingrid Goertz, erste Vorsitzende des Kinderschutzbundes Oldenburg e.V. ist nicht der Typ Mensch,
der sich gerne in den Vordergrund drängelt. Schüchtern winkt die 65–Jährige ab, wenn sie nach ihrer Biographie gefragt wird.
„Es geht um die Kinder, nicht um mich!“, und da kann sie dann sehr energisch sein.
So engagierte sich die gebürtige Wilhelmshavenerin lange Zeit in Südamerika für Kinder und ihre Familien. Berührungsängste kannte sie dabei nicht;
ihre Bemühungen, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten fanden dort statt, wo die Not am größten war. In den Slums von Buenos Aires und Santiago de Chile.
Um neben ihrem Mann, der für das Auswärtige Amt als Lehrer unterwegs war, nicht untätig zu sein, baute Ingrid Goertz initiativ ein tragendes Hilfesystem
für Familien vor Ort auf. Organisierte Nähmaschinen und Nähkurse, regelte den Verkauf und die faire Entlohnung der Arbeiterinnen, die so ihre Familie
ernähren konnten. Sie sorgte dafür, dass in jeder „ihrer“ Familien einem Kind der Schulbesuch und damit eine Berufsausbildung ermöglicht wurde.
So sicherte sie die finanzielle Zukunft, sicherte das Überleben der Familien. Wie viele Kinder ihr Überleben dem selbstlosen Engagement der
Grundschullehrerin verdanken, weiß sie nicht.
„Das ist auch nicht so wichtig“, winkt sie ab, „viel wichtiger ist, das ich hier eine sinnvolle Hilfe leisten konnte, die bei den Menschen ankam.“
Dabei ist sie keine Frau der großen Worte sondern eine Pragmatikerin, eine die anpackt, eine Macherin. Jemand, der nicht vor Verantwortung, vor menschlicher
Nähe, vor Verbindlichkeit zurückschreckt.

Nach der Zeit in Südamerika zurück in Oldenburg wurde sie 2003 erste Vorsitzende des Kinderschutzbundes Oldenburg. Und engagierte sich weiter für Kinder und
ihre Familien. Unermüdlich packt sie dort an, wo Hilfe gebraucht wird. Sorgte durch das beschaffen von Sachspenden dafür, das das kleine Vereinsbüro mit
einem PC ausgestattet wird. Kümmerte sich um die Einstellung von Fachkräften. Führt Gespräche mit Sponsoren, mit Ämtern und Behörden. Ist oft Tag und
Nacht im Einsatz. Achtet auf die laufenden Kosten. Da wird dann auch schon mal jede zweite Glühlampe aus der Deckenbeleuchtung gedreht, um die Stromkosten
niedrig zu halten. Einen Blick fürs Detail hat sie sich bewahrt, einen Blick für das Wesentliche nie verloren.
Damit gab sie dem Oldenburger Kinderschutzbund ein Gesicht, eine Richtung, viel Kraft und Energie.
„Ohne Übertreibung kann gesagt werden, dass der Kinderschutzbund heute nicht das wäre, was er ist, ohne die selbstlose Arbeit von Ingrid Goertz!“ , betont
Geschäftsführerin Ruth Attenbrunner.
Mittelpunkt ihrer Arbeit ist dabei immer wieder das Geld; denn der Kinderschutzbund finanziert sich nahezu ausschließlich aus Spenden und Bußgeldern, ist
also auf die Hilfe und Unterstützung von anderen angewiesen, um seine Angebote aufrecht erhalten zu können. Hier ist Ingrid Goertz an gewohnt vorderster
Front mit dabei. Sie sammelt Spenden ein, stellt Spendenhäuschen auf, verkauft Lose für die Tombola des Kinderschutzbundes. Die Nachbarn wissen schon, woher
der Wind weht, wenn sie mit entschlossenem Gesicht vor der Tür steht. Und sie geben gerne, denn mit ihrer herzlichen offenen Art spricht sie die Menschen
an. Von dem Geld können qualifizierte Fachkräfte angestellt, können Möbel und Spielsachen für Kinder bezahlt werden.
So ist der Kinderschutzbund in der Lage, sein niedrigschwelliges Angebot für Kinder von 1 – 3 Jahren anzubieten, um die Eltern zu entlasten, so kann die
Beratung für Eltern und Erziehende, für Kinder und Jugendliche finanziert werden, so kann die Gruppe für Trennungs – und Scheidungskindern fortgeführt
werden. All das wäre ohne ihr Engagement nicht denkbar. Darüber hinaus ist ihr die aktive Interessenvertretung von Kindern und Jugendlichen wichtig; daher
klärt der Kinderschutzbund Kinder über ihre Rechte auf und bietet dieses Projekt in Kooperation mit verschiedenen Grundschulen an.

Einen Lohn für ihre Arbeit hat sie dabei nie erhalten, als ehrenamtliche Helferin ist ihr das auch nicht wichtig. Wichtiger ist die Gewissheit, helfen zu können.
„Kindern ein lebenswertes Leben ermöglichen.“ ist dann auch ihre Antwort auf die Frage, was ihr persönliche am wichtigsten ist. Und in diesem Sinne möchte die
Mutter von zwei erwachsenen Kindern ihre Arbeit für den aktiven Kinderschutz weiterführen.
Diese Bemühungen sind nun durch die Oldenburger Volksbank sowie die regionale Nordwest – Zeitung honoriert wurden. Ingrid Gortz wurde in ihrem 10. Jahr als
erste Vorsitzende des Kinderschutzbundes zur Oldenburgerin des Jahres ernannt. Dieser Titel wird an all die Menschen verliehen, die durch ihr ehrenamtliches Engagement der Allgemeinheit dienen.
Diesen Menschen einmal „Danke“ zu sagen, das ist das Anliegen der Aktion, bei der Volksbank und NWZ bereits zum sechsten Mal verdiente Mitbürger auszeichnen,
die sich uneigennützig für andere oder eine gute Sache einsetzen.

Der Kinderschutzbund Oldenburg gratuliert seiner ersten Vorsitzenden zu dieser verdienten Würdigung ihrer Arbeit.
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